Vom weißen Turm und einem hölzernen Pferd?

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Remstal-Stationen (Waiblinger Kreiszeitung im Juni 2017)

„16 Stationen“ heißt ein interkommunales Projekt für die Remstal-Gartenschau 2019. Ursprünglich firmierte es unter dem Titel „Weiße Häuser“.

16 Architekturbüros wurden den teilnehmenden Städten und Gemeinden zugelost, je eines pro Kommune. Ihr Auftrag: Landmarken zu entwerfen, die sich als verbindendes Element in Gartenschau-Kommunen wiederfinden. Ihre Budgetvorgabe: 70 000 Euro – je zur Hälfte zu finanzieren von der Kommune und der jeweiligen Region.

In der Region Stuttgart nehmen elf Kommunen teil: Remseck, Fellbach, Waiblingen, Kernen, Korb, Weinstadt, Remshalden, Winterbach, Schorndorf, Urbach und Plüderhausen.

 

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Waiblingen und Umgebung „Der Wein soll den Turm in Besitz nehmen“

Christiane Widmann,  14.06.2017 - 00:00 Uhr

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 (Foto: Hans-Joachim Heyer & Boris Miklautsch)

Einen leichten Holzbau, halb Aussichtspunkt, halb Spalier, hat Stephan Rauch für die Gartenschau-Station in Korb entworfen

Korb. Alles darf sich ranken bei Stephan Rauchs Entwurf für den Korber Aussichtsturm oberhalb von Kleinheppach: innen die Treppen, außen der Wein. Der Münchner Architekt hat den Holzbau für seinen Standort maßgeschneidert. Der Turm soll für das Gartenschau-Projekt „16 Stationen“ gebaut werden und den Blick über Remstäler Wengerte und Felder lenken.

Weinberge, Weinreben, Wein: Von der Frucht bis zur Flasche prägt die Pflanze das Remstal und seine Ortschaften. Rund ums Jahr winden sich grüne, gelbe, rote Ranken an Hauswänden und Rebstöcken empor. Diesen vertrauten Anblick setzt der Münchner Architekt Stephan Rauch (Studio Rauch) für die Remstal-Gartenschau 2019 in Szene. Er hat einen hölzernen Aussichtsturm entworfen, der als eine der „16 Stationen“ (siehe Infobox) oberhalb von Kleinheppach über dem Trinkwasserhochbehälter errichtet werden soll, mit weitem Blick von Grunbach bis Fellbach. Wann der Turm gebaut wird, ist noch unklar. Es muss noch ein angepasster Entwurf festgesetzt und die Umsetzung geplant werden. Was der Bau genau kosten wird, steht ebenfalls noch nicht fest. Veranschlagt sind 72 000 Euro, gegenteilige Aussagen gibt es laut Gemeindeverwaltung bislang nicht. Die Hälfte davon trägt die Gemeinde, die andere Hälfte die Region. Rauch ist optimistisch, dass die Summe ausreicht: Vieles könne vorgefertigt werden, der Aufbau selbst dauere nur ein, zwei Wochen. „Deswegen glaube ich, dass das gut hinhaut mit dem Budget.“

Weinreben sollen die Fichtenplanken hinaufklettern

In seinem Vorentwurf verwendet Rauch innen und außen ein Ranken-Motiv, abgeleitet vom Remstäler Weinbau. Außen soll die weiß gestrichene Fassade aus gekreuzten Fichtenplanken zugleich als Spalier für Weinreben dienen. Nach der Gartenschau dürfen sie die Latten erobern: „Der Wein soll den Turm in Besitz nehmen.“

Im Inneren des etwa 13 Meter hohen und sieben mal sieben Meter breiten Turmes ranken sich zwei Treppen vom Erd- übers Mittelgeschoss dem Aussichtsraum entgegen, frei schwebend und gemächlich. Einzelne Zwischenstopps unterbrechen den Aufstieg mit Plattformen und Fensteröffnungen, von denen aus die Umgebung zu sehen ist. Wie der Rest des Turmes bestehen die Treppen aus verleimten und verschraubten Brettsperrholzscheiben. Die Holzwände sind 12 bis 14 Zentimeter dick. „Das ist eine relativ leichte Konstruktion“, sagt Rauch. „Man braucht kein High-Tech, um diesen Bau zu erstellen.“ Denkbar sei es sogar, die Fassade von Freiwilligen aus der Gemeinde anschrauben zu lassen.

Idee: Trauungen und Weinproben im Aussichtsraum

Vor allem der Schauraum weckt bei so manchem Korber die schönsten Hoffnungen. Gerhard Liebhard zum Beispiel, Kleinheppacher Ortsvorsteher und Korber CDU/FW-Gemeinderat, denkt an Weinproben und Trauungen. „Da oben ist viel möglich“, sagt er. Im Gemeinde- und im Ortschaftsrat sei der Entwurf positiv aufgenommen worden, berichtet er weiter. Lediglich vereinzelt sei kritisiert worden, dass Kleinheppach vom obersten Stockwerk aus nicht zu sehen sei. Besonders gut sei bei den Räten angekommen, wie der Bau sich an die Beschränkungen des Standorts anpasst. Auch die Treppenkonstruktion habe Gefallen gefunden: „Das ist architektonisch gut gelöst“, findet der Kleinheppacher.

Der Entwurf ist aus den Gegebenheiten gewachsen. Der Platz am Trinkwasserhochbehälter war vorgegeben. Er ist begrenzt: Direkt darauf darf wegen Sicherheitsbedenken nicht gebaut werden, an der Seite nimmt das Eingangsgebäude Fläche weg. Rauchs Lösung: „Das Häuschen wird verhüllt und wir gehen nach oben.“ Praktisch bedeutet das: Der Turm wird über das Eingangsgebäude gestülpt und umschließt es wie ein hölzerner Mantel. So bleibt das Wasserhäuschen zugänglich, stiehlt der Gartenschau-Station aber auch nicht die Schau. „Im Endeffekt ist der Turm nur Hülle“, sagt der Architekt. Das Herzstück seien die Treppen, die sich im Schauraum treffen.

Ein Stromanschluss für die Beleuchtung ist bereits vorhanden

Mit dem Bau in die Höhe schlägt der 40-Jährige zwei Fliegen mit einer Klappe: Aus dem Turm heraus haben die Besucher einen besseren Blick über die mannshohen Reben hinweg. Andererseits komme diese Lösung dem Naturschutz entgegen, sagt Rauch: Da der Turm über einem bestehenden Gebäude errichtet werde, müssten keine Reben versetzt und kaum zusätzliche Flächen bebaut werden. Regenwasser könne über ein Fallrohr in die bestehende Entwässerung des Wasserhäuschens eingespeist werden, einen Stromanschluss für die Beleuchtung gebe es bereits. Bei den Kleinheppacher Wengertern sei das gut angekommen: „Die fanden es toll, dass der Entwurf den bestehenden Fußabdruck nutzt“, sagt der Münchner. Gegraben werden muss lediglich, damit ein Betonfundament und Stahlschuhe als Stützpfeiler angebracht werden können.

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